Rede von Stadtrat Atai Keller (Kulturliste) im Freiburger Gemeinderat am 18.06.2024

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen,

betrachten wir mal nüchtern den anliegenden Vorgang, dann könnten wir zum Schluss kommen, dass es ganz schön toll ist, dass die Stadt für 1,629 Millionen Euro eine modulare Anordnung von Proberäumen am Rande des Eschholzparks einrichtet. Der Vorschlag kam aus einer Ecke, die nicht gerade durch kostenintensive Kulturvorschläge von sich reden macht. Die Module sind mobil und können später zu einem anderen endgültigen größeren Standort verbracht werden. Soweit so gut!

Wenn wir jedoch die Geschichte dahinter sehen und uns an die anfänglichen Planungen eines Musikerhauses auf dem Güterbahngelände erinnern, welches die Szene eigentlich immer noch braucht, und das in ersten Schätzungen auf circa 8 Millionen Euro beziffert wurde, und wenn wir uns dann klar machen, dass der Proberaumbedarf alleine durch das Ende von L6 sich auf 20 Bands beläuft und dann nochmal circa 40 Bands auf der Warteliste stehen, und dass die Bandszene immer noch dem Verlust der großräumigen Güterbahnbrachen nachtrauert, dann kommen wir – wie auch in unserem Antrag ausgedrückt – zum Schluss, dass trotz anfänglich ungeklärten Kompetenzbereichen für die Planung zwischen Kulturamt und GMF die Anzahl der Module so ausgelegt werden sollte, dass auf jeden Fall die größere Lösung, nämlich 16 Module, zum Zuge kommen muss! So sah es auch die ursprüngliche inhaltliche Planung innerhalb des Kostenrahmens vor.

Wir sollten an dieser Stelle das Klein/Klein verlassen und so planen, wie es für Menschen angemessen ist, und nicht nur eine Toilette für die gesamte Nutzerschaft und einen Verwaltungsraum von sagenhaften 10 Quadratmetern, sondern eine Situation schaffen, in der auch die Verwaltung der Räume in angenehmer Atmosphäre zu mehreren stattfinden kann. Aber das können wir nur noch empfehlen und die Umsetzung liegt beim GMF. So wollen wir vom Zwischenstand der Kostenermittlung erfahren, um gegebenenfalls eventuell auch darauf reagieren zu können.

Weitere Punkte, die mir aufgefallen sind, ist die Mitnutzung der Musikschule, die gleich mitgedacht und geplant wird und die deutlich aufzeigt, wie hier die Verwaltung alles tut, um ein zentrales Haus langfristig für die Musikschule zu verhindern.

Die Miteinberechnung von 10.000 Euro in die Ausstattung der Räume mit einem Tisch und 8 Stühlen – da bitte ich mal um eine Klarstellung, wie das auf 10 Quadratmetern gehen soll.

In der Antwort auf unsere Anfrage spricht die Verwaltung von erheblichen „verlorenen Kosten“ bei der Aufstellung der Module. Was heißt hier verloren? Ich will mich nicht auslassen, welche Kosten bei Bauprojekten ich manchmal als verloren ansehen würde. Ich spreche von verlorener Zeit, die für die Bands entsteht ab 1. Juli, die auf der Straße stehen und sich um ihre Proberäume selbst kümmern müssen und allenfalls vom Pop-Beauftragten ein paar tröstende Worte bekommen. Das ist die Realität!

Gerne hätte ich die Realisierung dieser Module noch als Gemeinderat erlebt, doch es hat nicht sollen sein. Deswegen wünsche ich eine baldige Realisierung und mir einen guten Blick von außen.

Rede von Stadtrat Atai Keller (Kulturliste) im Freiburger Gemeinderat am 18.06.2024 zu Tagesordnungspunkt 8 – Bandübungsräume – temporäre Aufstellung von Proberaummodulen auf dem Gelände des Berufsschulzentrums Bissierstraße 17