Kategorie: GemeinderatSeite 2 von 4

Wahlplakate 2014

In welcher Zukunft und in welcher Stadt wollen wir leben?

Rede zum Jahresauftakt der UL am 16. Januar 2014

Sehr geehrte versammelte Gäste,
liebe Freundinnen und Freunde,

ich spreche hier für die Kulturliste und beginne mit zwei Zitaten aus meiner Rede vom letzten Jahr, weil ich sie für weiterhin zentral halte:

1.         „Freiburger Bürgerinnen und Bürger bewiesen und beweisen durch die Jahrhunderte eine bestimmte Art von Eigensinn im wahrsten Sinne des Wortes, immer war das Einsprechen und Mitreden der Bürgerschaft besonders wichtig für die gesellschaftlichen Entwicklungen und für die Politik der Stadt“.

Vielleicht stehen wir ja wieder vor einer solchen Situation………wer weiß? 

2.         „Ohne Kunst und Kultur wird die Stadt nicht erblühen, sondern trotz gepriesener Entwicklung und Preisverleihungen in den Bereichen Umwelt, Ökologie, solarer Forschung und Nachhaltigkeit verwelken wie eine Primel in der Wüstensonne“.

            Wir sind es einfach leid, dass die Stadtspitze alle kulturellen Ansätze jenseits des Mainstreams blockiert oder schon gar nicht auf die Tagesordnung kommen lässt. Da werden wir weiter bohren und dagegen vorgehen.

EINLADUNG

Jackson Pollock Bar Adieu?

An die
Intendantin
des Theaters Freiburg
Frau Barbara Mundel
Stadttheater

OFFENER BRIEF

Sehr geehrte Frau Mundel,
die Umbaumaßnahmen des Theaters, die 2014 in die letzte und größte Runde gehen, sind nötig und von uns allen gewünscht. Auch die damit verbundene Umbaumaßnahme der Theaterpassage und die beabsichtigte Zusammenlegung der beiden Passagenteile und des Foyers für das kleine Haus und das Kammertheater sind sinnvolle und überfällige Maßnahmen, die Geld kosten und die endlich dem wichtigen Zugangsbereich ein neues adäquates Gesicht verpassen sollen. Dennoch möchte ich bei den Plänen für eine neue Passage, die jüngst im Theaterausschuss vorgestellt wurden, vor übereilten neuen Konzepten warnen und Ihnen die Jackson Pollock Bar als bewährte Bar, aber auch als Theorieinstallation in Erinnerung rufen.

EINLADUNG zur DISKUSSION

Rede in der Gemeinderatssitzung am 23.07.2013

Rede zum Grundsatzbeschluss einer Produktions- und Spielstätte der Freien Theaterszene in der Haslacher Straße

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren,

Im Amtsblatt vom Juni konnte man im Beitrag der UL unter der Überschrift „Freier Theaterraum als Stadtentwicklungsmaßnahme u.a. lesen:

„…Dieses Kreativgelände erweitert sich ständig entlang der Haslacher Straße. Und zusammen mit dem Kunst & Gewerbehof und dem E-Werk jenseits der Dreisam, entsteht so eine neue Kulturmeile, die Kultur und Kunst im Westen der Stadt verankert. So gesehen ist die Errichtung des neuen Kulturgebäudes als freies Theater-und Probezentrum eine Entwicklungsmaßnahme für die ganze Stadt. Ende Juni kommt es zu einer denkwürdigen Gemeinderatssitzung. Eine interfraktionelle Allianz ohne die Grünen, die schon zuvor die Kunstkommission erfolgreich durchgesetzt hat, hat nun den Grundsatzbeschluss für ein solches Theaterhaus beantragt. Die Eröffnung soll Anfang 2015 sein; also braucht es deinen deutlichen Beschluss, der sich auch vor den finanziellen Folgen nicht wegducken kann…“

Und genau das tun wir jetzt, meine Damen und Herren, es ist ein denkwürdiger Tag für die Freie Theater- und Tanzszene, es ist aber auch ein denkwürdiger Tag für die politische Kultur in Freiburg.

Kunstkommssion für die Stadt Freiburg

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

was sich heute ereignet, kommt einem kleinen tektonischen Erdbeben in der Freiburger Kulturpolitik gleich. Man könnte sagen, die Einsicht in die Notwendigkeit hat die Mehrheit des Freiburger Gemeinderats zusammenkommen lassen, um die Wiedereinsetzung einer Kunstkommission zu beschließen. Das ist kein normaler Vorgang. War noch in der Kulturausschusssitzung nichts von diesem Aufbruch zu vernehmen, machte sich in der Hauptausschusssitzung dann schon mehr ein Grummeln breit, man war nicht zufrieden, wie die Verwaltungsspitze und Teile des Gemeinderats mit der Jahrzehnte alten Diskussion um die Anbringung des St .Martin-Motives am Martinstor umgingen. Zu schnoddrig, zu wurstig, das lässt nichts Gutes vorausahnen in die Zukunft, wie der Umgang mit Kunst, vor allem mit öffentlicher Kunst sich gestalten wird.

Haushaltsrede von Atai Keller für die UL Teil II

Gemeinderatssitzung 16. April 2013

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
meine lieben Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Zuhörerschaft,

Gertraude Ils feiert heute ihren 104. Geburtstag. Von dieser Stelle aus die herzlichsten Glückwünsche an die ‚Grande Dame der Kultur‘!

Ja, meine Damen und Herren, die Kanzlerin selbst hat sich jetzt für die Kulturhauptstadtbewerbung von Freiburg im schönen Breisgau ausgesprochen! Wie das passieren konnte, darüber streiten sich jetzt die Insider …….
So steht es jedenfalls in der neusten Novelle „Fessenheim“ von Jürgen Lodemann, dem Freiburger Autor mit Antiatomwurzeln, und damit entwickelt Lodemann ja vielleicht seherische Fähigkeiten in die Zukunft. Wir jedenfalls bleiben am Thema Kulturhauptstadt dran!

Rede zu den 4 Vorlagen zum Stadttheater

Gemeinderatsitzung Stadt Freiburg am 12.03.2013

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen,

es gibt wenige Gelegenheiten über das Theater in Freiburg ausführlich mit 4 Vorlagen zu diskutieren, ein solcher Moment ist jetzt gekommen. Es ist die Stunde des Theaters im Gemeinderat. Oder ist es die Stunde des Gemeinderats als Theater, oder ist es die Gemeinderatstheaterstunde? Genau genommen sind wir ein Teil der ganzen Stadt, die im idealen Fall Theater ist,  also sind wir ein Teil des städtischen Theaterraumes. Dazu sagt Christoph Schlingensief, der große Theaterutopist und Raumgestalter, der leider viel zu früh gestorben ist: „Für mich war  Theater im  besten Fall ein Studiogelände, das direkt in die Realität überging. Dazu musste man aber das Theater verlassen, und das habe ich ausgesprochen gerne gemacht. Im Theater denken doch alle, sie würden uns ein Bild zeigen. Ich hab‘ hingegen immer gedacht: Wir stehen doch alle selbst im Bild. Und vor allem: Wer hat das Bild gemalt?

Tja, meine Damen und Herren, und damit stehen wir schon direkt im Mittelpunkt der herrschenden Auseinandersetzung um das Theater in Deutschland und seiner Legitimation. Wie soll das Theater der Zukunft aussehen, was passiert mit der deutschen Theaterlandschaft und passt das Theater noch in unsere durchdigitalisierte Welt? Dazu hat das Stadttheater Freiburg in den letzten sechs Jahren Erstaunliches geleistet und versucht, konkrete Antworten zu geben. In welcher Zukunft wollen wir leben als Heart/Art of the City. Theater als Zukunftslabor für eine Gesellschaft von Morgen, das wandelbar mit neuen Formaten, durchlässig und flexibel, hinterfragend und partizipativ auf die neuen gesellschaftlichen Veränderungen reagiert und damit im Idealfall für die  Entwicklungen einer Stadtgemeinschaft den Ton angibt. Ich sagte im Idealfall. Dazu sagt Markus Heinzelmann, der Leiter des Theaterhauses Jena über seine Vision 2021: „Das Theater ist Netzwerker und Teil des künstlerischen, gesellschaftlichen und sozialen Netzwerkes der Stadt. Es versteht den kompletten Stadtraum als seine Bühne und seine Bewohner als potentielle Teilnehmer an einem kreativen, diskursiven Prozess für die Umsetzung neuer Ideen für die Stadt“.

Eissporthalle

Gemeinderatsitzung 19.02.2013

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrter Herr Sportbürgermeister,
meine verehrten Kolleginnen und Kollegen,
liebe Freundinnen und Freunde des Eissports,

die Badische Zeitung übertitelte am 24. Januar gekonnt, „auf in eine neue Eiszeit!“ Das ist durchaus doppeldeutig, denn nicht für jeden ist die Eiszeit eine gute Vorstellung. Davon später mehr!
Ich gebe zu, ich bin kein Eissportfan und war zuletzt als Kind auf dem Eis und dann nie wieder!

Ich habe mir unlängst das frostige Vergnügen gegönnt und saß auf einer kalten Plastikschale, um dem wilden Treiben der Mannschaften auf dem Eis Life zuzusehen. Ich saß allerdings nicht lange. Ich wollte vor Ort einen Gesamteindruck bekommen und ich kann es vorwegnehmen, es spricht vieles für eine Verlagerung des Standortes. Das Trommeln der Fans und die lautstarke Unterstützung sind sicher nicht jedermanns Geschmack als Untermalung beim nächtlichen Fernseh-Tatort in den nächsten umliegenden Wohnzimmern. Und diese Nachbarschaft geht bereits schon in die 2. Generation.