Kategorie: GemeinderatSeite 3 von 5

Rede zu den 4 Vorlagen zum Stadttheater

Gemeinderatsitzung Stadt Freiburg am 12.03.2013

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen,

es gibt wenige Gelegenheiten über das Theater in Freiburg ausführlich mit 4 Vorlagen zu diskutieren, ein solcher Moment ist jetzt gekommen. Es ist die Stunde des Theaters im Gemeinderat. Oder ist es die Stunde des Gemeinderats als Theater, oder ist es die Gemeinderatstheaterstunde? Genau genommen sind wir ein Teil der ganzen Stadt, die im idealen Fall Theater ist,  also sind wir ein Teil des städtischen Theaterraumes. Dazu sagt Christoph Schlingensief, der große Theaterutopist und Raumgestalter, der leider viel zu früh gestorben ist: „Für mich war  Theater im  besten Fall ein Studiogelände, das direkt in die Realität überging. Dazu musste man aber das Theater verlassen, und das habe ich ausgesprochen gerne gemacht. Im Theater denken doch alle, sie würden uns ein Bild zeigen. Ich hab‘ hingegen immer gedacht: Wir stehen doch alle selbst im Bild. Und vor allem: Wer hat das Bild gemalt?

Tja, meine Damen und Herren, und damit stehen wir schon direkt im Mittelpunkt der herrschenden Auseinandersetzung um das Theater in Deutschland und seiner Legitimation. Wie soll das Theater der Zukunft aussehen, was passiert mit der deutschen Theaterlandschaft und passt das Theater noch in unsere durchdigitalisierte Welt? Dazu hat das Stadttheater Freiburg in den letzten sechs Jahren Erstaunliches geleistet und versucht, konkrete Antworten zu geben. In welcher Zukunft wollen wir leben als Heart/Art of the City. Theater als Zukunftslabor für eine Gesellschaft von Morgen, das wandelbar mit neuen Formaten, durchlässig und flexibel, hinterfragend und partizipativ auf die neuen gesellschaftlichen Veränderungen reagiert und damit im Idealfall für die  Entwicklungen einer Stadtgemeinschaft den Ton angibt. Ich sagte im Idealfall. Dazu sagt Markus Heinzelmann, der Leiter des Theaterhauses Jena über seine Vision 2021: „Das Theater ist Netzwerker und Teil des künstlerischen, gesellschaftlichen und sozialen Netzwerkes der Stadt. Es versteht den kompletten Stadtraum als seine Bühne und seine Bewohner als potentielle Teilnehmer an einem kreativen, diskursiven Prozess für die Umsetzung neuer Ideen für die Stadt“.

Eissporthalle

Gemeinderatsitzung 19.02.2013

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrter Herr Sportbürgermeister,
meine verehrten Kolleginnen und Kollegen,
liebe Freundinnen und Freunde des Eissports,

die Badische Zeitung übertitelte am 24. Januar gekonnt, „auf in eine neue Eiszeit!“ Das ist durchaus doppeldeutig, denn nicht für jeden ist die Eiszeit eine gute Vorstellung. Davon später mehr!
Ich gebe zu, ich bin kein Eissportfan und war zuletzt als Kind auf dem Eis und dann nie wieder!

Ich habe mir unlängst das frostige Vergnügen gegönnt und saß auf einer kalten Plastikschale, um dem wilden Treiben der Mannschaften auf dem Eis Life zuzusehen. Ich saß allerdings nicht lange. Ich wollte vor Ort einen Gesamteindruck bekommen und ich kann es vorwegnehmen, es spricht vieles für eine Verlagerung des Standortes. Das Trommeln der Fans und die lautstarke Unterstützung sind sicher nicht jedermanns Geschmack als Untermalung beim nächtlichen Fernseh-Tatort in den nächsten umliegenden Wohnzimmern. Und diese Nachbarschaft geht bereits schon in die 2. Generation.

Museumskonzeption

Gemeinderatsitzung 19.02.2013

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Freiburg ist klar eine anastrophale Stadt, andere sind katastrophal“, diese Feststellung trifft der Künstler und Performer Georg Winter, Hauptakteur der aktuellen Ausstellung „Lichtung im Forst“ im Museum für Neue Kunst in einem Interview mit dem Stadtmagazin Chilli, und erklärt dann anschließend, „ die Anastrophe ist zwar eine Entwicklung ins Positive, die aber auch nicht ohne Tücken ist“.

Rede zum Jahresauftakt der UL – 30.01.2013

Atai Keller anlässlich des Jahresauftaktes der UL am 30. Januar 2013

Weinschlösschen – Freiburg

Sehr geehrte versammelte Gäste, liebe Freundinnen und Freunde,

Walter Krögner hat es am letzten Sonntag beim Neujahrsempfang der SPD geschafft, die Anwesenden eine halbe Stunde lang zu begrüßen. Damit war der Freiburger Teil der Veranstaltung dann auch schon wieder beendet. Ich empfand das als eine interessante Variante der lokalpolitischen Rück- oder Vorschau einer Fraktion.

Wir machen das etwas anders:

Auch wenn der Oberbürgermeister in seiner Neujahrsrede nur vom Stadttheater und dem Augustinermuseum als Kulturgüter gesprochen hat und damit auf die zeitliche und inhaltliche Ebene von 1910 geraten ist, wo nämlich der Theaterbau am heutigen Standort entstanden ist, möchte ich gerne in die heutige Zeit weisen und daran erinnern, dass Freiburg nur als Stadt so interessant und beliebt ist, weil Kunst und Kultur in größter Vielfalt hier gewachsen und vorhanden sind in einzigartiger Weise und die Bürgerinnen und Bürger entsprechend Wert darauf legen.

Freiburger Bürgerinnen und Bürger bewiesen durch die Jahrhunderte eine bestimmte Art von Eigen-Sinn im wahrsten Sinne des Wortes, ob es nun der Bau des Freiburger Münsters im 12. Jhd. und 13. Jhd. war, oder die Vertreibung der Grafen von Freiburg, ob es die Gründung der Beurbarungs-Gesellschaften als erste genossenschaftliche Gründungen im 18 Jhd. oder die Lesegesellschaften der  48. Revolution in der Harmonie waren, oder die Turmbau-Ära unter dem Oberbürgermeister Winterer mit der selbsternannten „schönsten Stadt Deutschlands“.

Rede zur Ehrung für Altstadtrat Paul Bert

Lieber Paul, liebe Renate, liebe Familie Bert, sehr geehrter Herr Bürgermeister Haag,
liebe Geburtstagsgäste aus den verschiedenen Stationen des Jubilars,

die Badische Zeitung vom Mai 2009 zitiert in einem Artikel über 60 Jahre Lorettobad den damaligen Schüler des Melanchtonstiftes an der Mercystraße Paul Bert mit den Worten: „der Badeeintritt kostete im Jahre 1949 ganze 20 Pfennig, dafür hätte man auch zwei Bollen Eis bekommen“. Paul Bert ist seiner Umgebung treu geblieben. Auch heute geht er noch regelmäßig ins Lorettobad. Treue und Bodenhaftung sind Eigenschaften der Bert‘schen Mentalität, das Erhalten alter historischer Bezüge, Traditionen und Bausubstanzen ebenso. So haben sich mein Vater als Kreisdenkmalpfleger und Paul Bert als Stadtplaner in den 60er Jahren in den Phasen des Freiburger Wiederaufbaus und der Stadterneuerung kennengelernt, beim Ringen um den Wiederaufbau der Deutschordenskommende in der Salzstraße oder um den Erhalt des Schalenturms als einen der Freiburger Stadttürme auf dem Gelände des heutigen Solitärs, den nur noch wenige kennen werden, oder beim Aufbau der Konvikt- und der Grünwälderstraße. So war es mir persönlich eine besondere Freude mit dem Stadtplanungsmann, der immer in Sandalen auf dem Fahrrad an unserem Hause vorbeifuhr, eine Liste gründen zu dürfen.

Genehmigungspraxis bei Veranstaltungen und Demonstrationen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen,

Es muss schon was dran sein, wenn der erste Bürgermeister Otto Neideck einen handfesten Streit mit der FWTM und ihrem Geschäftsführer Bernd Dallmann vom Zaune bricht, der zuletzt öffentlich über Presseerklärungen ausgetragen wurde. Da wird nun eine 12 Jahre alte Drucksache des Kulturausschusses der Stadt bemüht, in der wahrhaftig unter dem Stichwort „Veranstaltungsorganisation“ von einer neuen bis zu siebenköpfigen Veranstaltungsabteilung gesprochen wird, die wegen Unstimmigkeiten und Kompetenzverwirrung zwischen Kulturamt und damals noch FWT bei der Planung der Vorderösterreichausstellung im Jahre 2000 eingerichtet werden sollte. Jetzt frage ich mich, was hat eine Vorderösterreichausstellung mit Public Viewing, einer zentralen Abi-Fete, einem Schlossbergfest oder gar einem 1. Maifest auf der Wilhemstraße zu tun?

Literaturhaus in die Uni erst 2015/16

Atai Keller – für das Amtsblatt der Stadt Freiburg:

Literaturhaus in die Uni erst 2015/2016

Freiburg und die Literatur sind eine Erfolgsgeschichte. Seit den späten 8oer Jahren kümmert sich das Literaturforum Südwest um Lesungen, Austauschprojekte und die Förderung von Übersetzungen und Autorenschaften. Das mündete schon vor zwei Jahren in eine Grundsatzentscheidung des Gemeinderats, dem immer größer werdenden Publikum auch einen entsprechenden Rahmen mit neuen Kooperationsmöglichkeiten zu verschaffen. Ein Literaturhaus für Freiburg ist nun in greifbarer Nähe. Das ist dem unermüdlichen und kompetenten Einsatz der Leitung des jetzigen Büros zu verdanken, aber auch dem versierten Vorstand und nicht zuletzt auch dem neu gegründeteten Freundeskreis. Inzwischen sind fünf Angebote auf dem Tisch: Laut Gemeinderatsvorlage für den 22.5. sollen zwei Vorschläge übrig bleiben. Stadtverwaltung, Universitätsleitung und Literaturbüro haben sich bereits auf die Reihenfolge geeinigt.

SC-Stadion – Umbau – Ausbau – Neubau?

Rede zum Zweistufenplan SC-Stadion-Um-, Aus- oder Neubau in der Sitzung des Gemeinderats am 27. April 2012  (G-11/2520.Punkt 1 und 2)

Jetzt am Wochenende hieß es, noch vier Mal klatschen. Ich fürchte, bis wir zu einer endgültigen Entscheidung in Sachen Stadion kommen, dürfen wir noch erheblich mehr klatschen und wir wollen hoffen, dass wir auch immer etwas zu beklatschen haben. Freiburg und sein zukünftiges SC-Stadion, das ist eine „Liebe mit Hindernissen“, handelt es sich doch um eine weitreichende Entscheidung, bei der es eigentlich nur Gewinner und keinen Verlierer geben sollte. Ist der SC doch mit der Kultur und dem schönen Wetter der wichtigste Werbeträger unserer Stadt, scheiden sich bei der Frage Ausbau oder Neubau die Fangeister und nicht nur die. Eine ganze Stadt könnte gefragt werden, wenn die Entscheidung sich eines Tages zuspitzen würde auf zwei Alternativen. Aber so weit sind wir noch lange nicht und momentan findet die rege Bürgerdiskussion auf Bloggs, in Briefen und Stellungnahmen und in unzähligen Leserbriefen statt. Kaum ein Thema bewegt die Bürgerinnen und Bürger mehr mit so vielen Meinungen!

Vertragslaufzeit „Palazzo Colombino“

Rede zur Entscheidung „Palazzo Colombino – Palazzo Teatro o.ä.“ an die FWTM und die Vertragslaufzeit in der Sitzung des Gemeinderats am 27.3. (Vorlage G-12/022)

Die UL hat den Antrag gestellt, die Vertragszeit mit der FWTM auf drei Jahre zu begrenzen und die Stadt aufgefordert, nach alternativen Standorten zu suchen.

Der Antrag fand eine Mehrheit im Gemeinderat.

Kennen Sie den Unterschied zwischen Palazzo colombino und Palazzo Teatro? Mit dieser Frage sind wir schon mitten im Geschehen. Schade, dass wir diese Vorlage nicht im Aufsichtsrat der FWTM auf der Tagesordnung hatten, ich weiß, das muss nicht sein, aber wir reden dort inzwischen über soviele Dinge, die für Freiburgs politisches und gesellschaftliches Leben mehr oder weniger wichtig sind, auch das „Palazzo Teatro“ oder „Colombino“ ist nach 10 Jahren ein kontinuierlicher Bestandteil des winterlichen Freiburger Eventlebens geworden.  Leisten kann sich das übrigens nicht jeder. Die vorliegende Drucksache ist unserer Meinung nach ein inhaltlicher Schnellschuss, einseitig und suggeriert ein Wettbewerbsverfahren, das es in Wirklichkeit nicht geben kann, nicht an diesem Platz. Es handelt sich hier offensichtlich um einen kuriosen Wettstreit zweier Anbieter, die auch gleichzeitig die Erfinder dieses Labels sind und inzwischen eigene Wege gehen.

Papstbänke

An den
Oberbürgermeister der Stadt Freiburg
Herrn Dr. D. Salomon

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren,

wie aus der Badischen Zeitung vom 26.1. zu erfahren war, gibt es aus dem Bestand der ursprünglich 5000 Papstbänke, die seit Herbst zum Verkauf angeboten sind, noch circa 700 Bänke als Restposten und der Verkauf wird am 22.Februar eingestellt. Da die Stadt Freiburg meiner Meinung nach weiterhin ein großes Defizit an Sitzgelegenheiten auf öffentlichen Plätzen und Wegen/Straßen hat, die einfach nur zum Innehalten und Verweilen auffordern und nicht an Gaststätten oder Cafes angeschlossen sind, möchte ich Sie bitten, mit dem Ordinariat Freiburg und dem Erzbischof Verhandlungen aufzunehmen, dass die Stadt 50 Bänke von der Kirche geschenkt bekommt. Das hätte einen Gegenwert von 20.500 Euro. Meiner Meinung nach wäre das nur recht und billig, wenn die Stadt bei ihrem finanziellen Einsatz für den Papstbesuch einen solchen Gegenwert nach abgeschlossenem Verkauf durch die kath. Kirche geschenkt bekäme. Meine Recherchen haben ergeben, dass die Stadt Freiburg schon 10 Bänke angekauft hat  (für 5000.- Euro), die jetzt größtenteils in den Freiburger Ortsteilen stehen. Nebenbei wäre zu fragen, wer entschieden hat, wieviele Bänke durch die Stadt angekauft werden und wo diese heute stehen.