Die Kandidatinnen und Kandidaten 2019

01. Atai Keller
Beruf: Kulturberater
Stadt-/Ortsteil: Neuburg
Brigitte von Savigny
02. Brigitte von Savigny
Beruf: Kunsthistorikerin
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Jörg Scharpff
03. Dr. Jörg Scharpff
Beruf: Diplom-Geologe, Geschäftsführer
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Gabi Dierdorf
04. Gabi Dierdorf
Beruf: Dipl.-Ing., freie Architektin
Stadt-/Ortsteil: Ebnet
Martin Flashar
05. Dr. Martin Flashar
Beruf: Archäologe, freier Autor
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Christine Sander
06. Christine Sander
Beruf: Ärztin
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Peter Janssen
07. Peter Janssen
Beruf: Jurist, ehem. Rechtsanwalt
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Sybille Wermelskirchen
08. Sybille Wermelskirchen
Beruf: Richterin a. D.
Stadt-/Ortsteil: Oberwiehre-Waldsee
Wolfgang Daun
09. Wolfgang Daun
Beruf: Rechtsanwalt
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Lisa Immer
10. Lisa Immer
Beruf: Konzertgeigerin
Stadt-/Ortsteil: Vauban
Christoph Schneider
11. Dr. Christoph Schneider
Beruf: Publizist und Verleger
Stadt-/Ortsteil: Rieselfeld
Barbara Kleiber
12. Barbara Kleiber
Beruf: Logopädin i. R.
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Günter Buchwald
13. Günter Buchwald
Beruf: Musiker
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Theresa Martinetti
14. Theresa Martinetti
Beruf: Kunstpädagogin
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Norbert Hahn
15. Norbert Hahn
Beruf: Richter am OLG i.R.
Stadt-/Ortsteil: Oberau
Andrea Hess
16. Andrea Hess
Beruf: Bildende Künstlerin, Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Konrad Wallmeier
17. Konrad Wallmeier
Beruf: Künstler
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Michael Ott
18. Michael Ott
Beruf: Künstler, Lehrer
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Nicolas Zimmermann
19. Nicolas Zimmermann
Beruf: Bildhauer
Stadt-/Ortsteil: Stühlinger
Rita Stoephasius
20. Rita Stoephasius
Beruf: Studiendirektorin i. R.
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Rolf Störtzer
21. Rolf Störtzer
Beruf: Kulturmanager
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Julia Dorwarth-Becker
22. Julia Dorwarth-Becker
Beruf: Bildhauerin
Stadt-/Ortsteil: Herdern
Uta Tacke
23. Dr. Uta Tacke
Beruf: Kinderärztin
Stadt-/Ortsteil: Herdern
Gabriela Krämer-Hermanns
24. Gabriela Krämer-Hermanns
Beruf: Oberstudienrätin i. R.
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Paul Meyer
25. Paul Meyer
Beruf: Filmemacher
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Celia Brown
26. Dr. Celia Brown
Beruf: Künstlerin
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Dirk Schneider
27. Dirk Schneider
Beruf: Kulturveranstalter, Winzer
Stadt-/Ortsteil: Innenstadt
Susanne Eißele
28. Susanne Eißele
Beruf: Sprachwissenschaftlerin
Stadt-/Ortsteil: Innenstadt
Steffen Rümpler
29. Steffen Rümpler
Beruf: Medienentwickler
Stadt-/Ortsteil: Rieselfeld
Christiane Mahler-Napp
30. Christiane Mahler-Napp
Beruf: psychologische Psychotherapeutin
Stadt-/Ortsteil: Herdern
Bernd Wiedemann
31. Bernd Wiedemann
Beruf: Wissenschaftlicher Dokumentar
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Sigrid Hofmaier
32. Sigrid Hofmaier
Beruf: Texterin
Stadt-/Ortsteil: Rieselfeld
Jörg Alexander Kuenzer
33. Jörg Alexander Kuenzer
Beruf: Diplom-Volkswirt, Agent
Stadt-/Ortsteil: Innenstadt
Martina Pleuger
34. Martina Pleuger
Beruf: Floristin, Gärtnerin
Stadt-/Ortsteil: Ebnet
Heinz Auweder
35. Heinz Auweder
Beruf: Buchhändler
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Marlis Meckel
36. Marlis Meckel
Stolperstein-Initiatorin
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Ludwig Quaas
37. Dr. Ludwig Quaas
Beruf: Arzt
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Elisabeth Specks
38. Elisabeth Specks
Beruf: Oberstudienrätin i. R.
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Georg Blumenreiter
39. Georg Blumreiter
Beruf: Schauspieler
Stadt-/Ortsteil: Stühlinger
Marianne Maul
40. Marianne Maul
Beruf: Bildende Künstlerin, Kunstdozentin
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Peter Jehn
41. Peter Jehn
Beruf: Bildungsberater
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Stefanie Hesse
42. Stefanie Hesse
Beruf: Architektin
Stadt-/Ortsteil: Zähringen
Sven Hinz
43. Sven Hinz
Beruf: Komponist, Chorleiter
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Felizitas Diering
44. Felizitas Diering
Beruf: Kunsthistorikerin
Stadt-/Ortsteil: Vauban
Dominik Erhart
45. Dominik Erhart
Beruf: Gärtner
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Jörg Bollin
46. Jörg Bollin
Beruf: Bildhauer
Stadt-/Ortsteil: Beurbarung
Almut Quaas
47. Almut Quaas
Beruf: Oberstudienrätin i. R.
Stadt-/Ortsteil: Wiehre
Ulf Datan
48. Ulf Datan
Beruf: im Ruhestand, ehem. Mitarbeiter Künstlerwerkstatt L 6
Stadt-/Ortsteil: Oberau
Dagmar Maurer
49. Dagmar Maurer
Beruf: Oberstudienrätin i.R
Stadt-/Ortsteil: Wiehre/Oberau
Joachim Oser
50. Joachim Oser
Beruf: Restaurantfachmann
Stadt-/Ortsteil: Herdern
Katharina Arning
51. Katharina Arning
Beruf: Berufseinstiegsbegleiterin, Öffentlichkeitsarbeit
Stadt-/Ortsteil: Wiehre

Eine Frage von Kunst und Kultur

Groß sind nun die Erwartungen an den neuen OB Martin Horn. Die Mehrheit der Kulturliste hat ihn zum frühen Zeitpunkt schon unterstützt. Er hat Neuerungen im Wahlkampf versprochen, alles verändern kann er sicher nicht, der Gemeinderat ist ja noch der alte, aber nur noch ein knappes Jahr! Entscheidende Impulse können und müssen vom neuen OB ausgehen. Hier einige Beispiele:

Das städtische Kulturkonzept ist inzwischen 10 Jahre alt. Der scheidende Kulturamtsleiter hatte eine Überprüfung vorbereitet. Dazu kam es nicht mehr. Aus der Beschäftigung mit den verschiedenen Handlungskonzepten könnten neue aktuelle kulturpolitische Maßnahmen entwickelt werden.
Das Stadtjubiläum lässt bis jetzt nichts Gutes erahnen. Die Politik sollte sich daraus zurückziehen. Visionen sind hier offensichtlich fehl am Platz. Vielleicht könnte ein bürgerschaftliches Konsortium mit Beirat und Auswahlgremien die Programmierung übernehmen. Die Stadt sollte dringend eine Informationsveranstaltung ausrichten.

Stellenwert von Kunst und Kultur. Da könnte der OB neue Formen der Gesprächskultur einführen, Treffen und regelmäßiger Austausch würde den Künstler/inne und den vielen Ehrenamtlichen ihren gesellschaftlichen Stellenwert bekräftigen. Ganz konkret: Eine jährliche Anhebung aller kulturellen Zuschüsse (Inflationsausgleich) wäre ein entscheidendes Signal.

Der Leerstand von Räumen müsste generell erfasst und zur Zwischennutzung mit städtischer Hilfe verteilt werden. ADAC Haus und Stadthalle sind wichtige Zukunfts-Projekte für eine innovative Kultur-Nutzung. Aber auch die zügige Unterstützung von Musik-Probehäusern und des Clublebens ist eine städtische Aufgabe.

Kunst am Bau (min 1%) sollte nicht nur für alle städtischen Gebäude gelten, sondern auch für die privaten Bauträger als Sonderfond und natürlich für alle neuen Stadtquartiere. Gleichwohl ist die Kunst im öffentlichen Raum ein zentrales Thema.

Stadtgestaltung, Stadtmöblierung und Architektur sollte zur zentralen Aufgabe der Zukunfts-Stadt erklärt werden.

Der schmerzliche Weggang der Karlsruher staatlichen Akademie bedarf dringend einer inhaltlichen Ausgleichsmaßnahme. Die junge bildende Kunst in der Stadt muss gestärkt werden.

Eine Lokhalle reicht nicht für die Kreativwirtschaft. Es gibt Rahmenpläne und die Möglichkeit, kreativ- und kulturwirtschaftlich ausgerichtete Stadtviertel zu entwickeln.

Das visionäre Zusammengehen von Ökologie und Kultur in sozialer Verträglichkeit zu einem neuen Stadtleben – das ist die Zukunftsaufgabe des neuen OB, aber auch des Gemeinderats. Die junge und die ältere Stadt wird jetzt von einem jungen OB repräsentiert. Gefragt sind Inhalte, an denen sich alle messen lassen müssen.Wir wünschen dem neuen OB einen guten Start, viel Willenskraft und Ideenreichtum, aber auch Gelassenheit und weiterhin die Bürgernähe.

Atai Keller

Das Ratsstüble: Ein Freiburger Trauerspiel! – Amtsblatt 29. Januar 2016

Die Abrissgenehmigung für das Ensemble wurde am Morgen nach der Bürgerinformationsveranstaltung erteilt. Es ist eine Frage des Geldes, ob ein solches Ensemble erhalten werden kann oder nicht. Warum ist bis heute kein zweites Gutachten erstellt worden über die Sanierungsfähigkeit der Bausubstanz? Der Spezialist für historische Bauten – Willi Sutter – steht bereit, bekommt aber keinen Zutritt zu den Gebäuden. Die Würfel waren längst gefallen, ein zusätzlicher Hauskauf der Eigentümerin in der Rathausgasse zeugt von langfristiger Bau- und Abrissplanung.

Ratsstüble
Foto: Ingo Schneider

Der Leerstand seit 2011 hat die Verrottung vorangetrieben. Die Denkmalpflege ist zahnlos und nach ihrer Argumentation ist das Freiburger Münster auch kein Baudenkmal, weil verschiedene Stile ineinandergreifen. „Pfusch über die Jahrhunderte“, so der leitende Architekt, aber mit diesem Argument müssten viele Häuser in der  Altstadt fallen. So nehmen wir Abschied von einem ehrwürdigen Gebäude mit viel Geschichte und noch mehr Geschichten, nicht einmal eine Ratssitzung war dem Baudezernat das Ratsstüble noch wert, „Geschäft der laufenden Verwaltung“ heißt es lapidar. Gemeinderat und Verwaltung sind jedoch verpflichtet, die historische Substanz der Altstadt zu schützen. Da muss sich einiges erheblich ändern!

Atai Keller – Stadtrat in der UL für die Kulturliste Freiburg – kult

Presseerklärung der UL zu sexistischen Übergriffen in Clubs und Diskotheken in Freiburg

Es waren keine guten Nachrichten, die am vergangenen Wochenende nicht nur innerhalb Freiburgs, sondern deutschlandweit für Aufmerksamkeit sorgten: Mehrere Freiburger Diskotheken verwehren Flüchtlingen den Eintritt, um – so zumindest die Begründung – sexuellen Übergriffen und Gewalt vorzubeugen.
Die Unabhängigen Listen verurteilen sexuelle Übergriffe aufs Schärfste. Sie müssen verhindert werden, ein entschiedenes und wirkungsvolles Entgegenwirken sieht allerdings anders aus. Das Phänomen sexueller Übergriffe und Gewalt ist leider kein Neues und vor allem Keines, das nur geflüchteten Menschen zuzuschreiben wäre.

Für das Handeln Einzelner eine ganze Gruppe von Menschen, in diesem Fall die Flüchtlinge, verantwortlich zu machen, ist diskriminierend und trägt keineswegs zur Lösung des Problems bei. In diesem Zusammenhang sind auch die Aussagen des Oberbürgermeisters zu kritisieren, der die Taten ohne Grundlage Männern aus den Maghreb-Staaten zuschreibt. Die Clubbetreiber müssen sofort von dieser rechtswidrigen Maßnahme Abstand nehmen, Menschen aufgrund ihrer Herkunft von ihren Diskotheken auszuschließen und Lösungen anstreben, die einzig und allein die Täter treffen.
Sowohl sexistische Übergriffe in Clubs und Diskotheken als auch rassistische Türpolitiken sind schon länger ein Problem. Die neuerlichen Berichte offenbaren aber ein Ausmaß, das die Verantwortlichen zum entschiedenen Handeln drängt: „Wir müssen zum einen Strategien finden, mit denen sexuelle Übergriffe und Gewalt effektiv verhindert werden können, ohne damit einen pauschalen Generalverdacht über alle Flüchtlinge zu verhängen.

Der von der Stadt initiierte Runde Tisch ist dabei eine Möglichkeit, gemeinsam mit den Clubbetreibern nach Lösungen zu suchen. Zum anderen müssen wir uns noch stärker für eine offene und tolerante Stadt einsetzen, in der Rassismus und Diskriminierung keinen Platz haben“, erklärt Michael Moos, Fraktionsvorsitzender der UL und Stadtrat der Linken Liste – Solidarische Stadt, nun die notwendigen Konsequenzen, die aus Sicht der Unabhängigen Listen aus den Berichten des vergangenen Wochenendes gezogen werden müssen.

Michael Moos / Atai Keller / Irene Vogel
Fraktionsvorstand

Politisch kultureller Jahresauftakt 2016

Jahresauftakt 2016Die Unabhängigen Listen laden herzlich ein zum politisch-kulturellen Jahresauftakt 2016 am Donnerstag, den 21.01.2016 ab 18 Uhr im Weinschlösschen der Elisabeth Schneider Stiftung, Wilhelmstraße 17a.

Tagesordnung:

Ausblick: Dr. Brigitte von Savigny

Grußwort: Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon

Spots: Flüchtlingsinitiativen stellen ihre Arbeit vor

Unterhaltung: Das Saxophonquartett „Let’s Sax“ mit Hanna Schüly, Michael Mark, Simone Losch, Burkhard Diehr

BZ: Kritik an Ratsstüble-Plan

Die „Arbeitsgemeinschaft Stadtbild“ und Stadtrat Atai Keller fordern Untersuchungen.

Das aus fünf Häusern bestehende Ensemble des denkmalgeschützten Ratsstübles in der Universitätsstraße und der Rathausgasse soll im Januar abgerissen werden. Auf diese Lösung hat sich wegen irreparabler Bauschäden Eigentümerin Martina Feierling-Rombach mit dem Baurechtsamt der Stadt geeinigt. Doch nun regt sich Protest: Die Arbeitsgemeinschaft Stadtbild will auf Kosten des Vereins Denkmalpflege einen eigenen Gutachter ins Ratsstüble schicken. Stadtrat Atai Keller (Kulturliste) fordert eine Begehung des Objektes in der Freiburger Altstadt mit Experten: „Ich will genau erklärt bekommen und mit eigenen Augen sehen, warum das Gebäude nicht mehr zu retten sein soll.“

Die Debatten um die Zukunft des Ensembles laufen schon seit rund acht Jahren – unzählige Expertisen wurden erstellt. Für Statiker, die das durch Absenkungen beschädigte Haus untersuchten, macht eine Rettung des Gebäudes keinen Sinn. Doch die Arge Stadtbild und ihr Vorsitzender Hermann Hein wollen sich nicht mit dem Abriss abfinden. Das Ratsstüble sei ein wichtiges Kulturdenkmal. Hein hofft, dass die Eigentümerin einer weiteren „neutralen Überprüfung“ zustimmt. Stadtrat Atai Keller fordert ebenfalls ein transparentes Verfahren. „Wenn man so lange nichts für ein Haus tut, dann ist klar, dass es verfällt“, sagt Keller. Er wünscht sich eine öffentliche Begehung mit den Gutachtern.

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der BZ vom Sa, 14. November 2015

Zukünftige Gestaltung Theatervorplatz

Endlich tritt das Zusammengehören dieser beiden Plätze wieder in den Vordergrund und wird auch planerisch festgelegt. Das ist sicher die richtige Richtung in der Vorlage für den Gemeinderat. Dass es dafür erst eine insolvente Passage geben muss, ist eher unbegreiflich.

Unsere Fraktion hat schon in den letzten Haushaltsberatungen diese Planungsdefizite beanstandet und eine Erhöhung des Ausbaugeldes für den Theatervorplatz gefordert. Leider ohne Erfolg. Dass jetzt allerdings die eingestellten 100.000.- Euro um die 30.000.- Euro Planungsmittel reduziert werden sollen, lässt darauf schließen, dass die Installierung einer neuen Beleuchtungsanlage nicht mehr im Sinne der eigentlichen Planung zeitgleich mit dem Platz der alten Synagoge geschehen wird. Laut Aussagen aus dem Garten und Tiefbauamt hat dies sogar einen Planungstop bei der neuen Beleuchtungsanlage für den Außenbereich des Theaters zur Folge. Vielleicht ist das auch ja richtig, denn jetzt muss erst einmal der Theatervorplatz geplant werden incl. der Beleuchtung und dann müssen wir sicher dafür mehr an finanziellen Mitteln aufwenden. Das ist dann die Aufgabe für die neuen Haushaltsberatungen.

Wir lehnen jegliche neue Bewirtungsmöglichkeiten auf der Anlage des Theatervorplatzes inclusive seiner Treppen ab, da lehnen wir auch schon die Prüfung ab. Eine Bewirtung kann unserer Meinung nach höchstens im Bereich der Sedanstraße geprüft werden, ebenerdig zur Straße mit wenigen Plätzen. Eine Aufenthaltsqualität jenseits von kommerziellen Bewirtungsanlagen sollte hier bei der zukünftigen Platzgestaltung im Vordergrund stehen. Dabei geht es auch immer um eine ästhetische und architektonische Einpassung in die vorhandene Platzstruktur. Der Platz wird heute schon vielseitig genutzt, für junge Leute ist es ein wunderbarer Sonnenplatz und Treff-Ort, selbst Theateraufführungen fanden dort schon statt. Das gilt es zu erhalten. Das bekräftigt ja auch das Forum Sedanquartier in einem heutigen Schreiben. Das Forum soll in die weiteren Planungen explizit eingebunden werden.

Das verwegene Vorhaben der Passage 46 und ihren Untergesellschaften, mit 150 Sitzplätzen dort ein Bewirtungseldorado zu errichten, hätte niemals in eine Antragsplanung kommen dürfen. Die Enthüllungen der Verträge von heute Morgen in der BZ möchte ich dabei nicht kommentieren, falls diese stimmen sollten, kann von gravierendem Fehlverhalten einzelner Akteure gesprochen werden. Deswegen haben wir überfraktionell Akteneinsicht in sämtliche Verträge gefordert. Hier hilft nur ein genereller Neuanfang, wenn alle Voraussetzungen und rechtliche Rahmenbedingungen für die Passage und deren Nutzungsmöglichkeiten geklärt sind und ein Konzept dann darauf angepasst wird. Das kann noch dauern.

Atai Keller

Kunstauktion am 21. November 2015

Liebe Künstler/innen in Freiburg und Region,

Hier die Termine und Bedingungen im Einzelnen:

Auktion:
Samstag – 21. November 2015 – 15:30 Uhr

Vorbesichtigung:
Freitag – 20. November 2015 – 18:00 bis 22:00 Uhr
Samstag – 21. November 2015 – 11:00 bis 14:00 Uhr

Einlieferung:
Freitag – 13. November 2015 – 16:00 bis 18:00 Uhr
Samstag – 14. November 2015 – 11:00 bis 16:00 Uhr
Montag bis Mittwoch – 16. bis 18. November 2015 – 16:00 bis 18:00 Uhr


Als Auktionator steht Manfred Würges (Auktionshaus Bloss, Merzhausen) zur Verfügung.

Schirmherr der Auktion ist Franz Armin Morat (Morat-Stiftung für Kunst und Kunstwissenschaft).

Aus dem möglichen Auktionserlös fließen anteilig 60 % an die Künstler/innen und 40 % an die Kulturliste Freiburg.


Die Auktion erfolgt in den temporären Räumen der Kulturliste Freiburg F 58 (Friedrichstraße 58 – 79098 Freiburg).

Wir erbitten Ihre/Eure Rückmeldung (Meldetermin) bis spätestens 20. Oktober 2015 an: info@martin-flashar.de


Möglich ist die Einlieferung von 1 bis maximal 2 Arbeiten pro Künstler/in.

Der Anmeldung müssen beigefügt sein:

  • präzise Informationen zum/zu den beiden eingelieferten Kunsterken: Titel, Technik, Maße, Datierung
  • pro Kunstwerk ein Foto im jpg-Format in hinreichender Auflösung (mind 1 MB) für die Präsentation während der Auktion
  • eine Kurzvita des/der Künstlers/Künstlerin auf max. 1/2 Seite.

Wir freuen uns über Ihre/Deine Mitwirkung und sehen gemeinsam einer spannenden Auktion entgegen.

 

Mit herzlichen Grüßen

Atai Keller – Gemeinderat für die Kultuliste in der UL-Fraktion und
Brigitte von Savigny – Gemeinderätin für die Kulturliste in der UL-Fraktion

BZ: Win-Win für Kreative und Vermieter – Zwischennutzung macht leerstehende Läden zu Kulturräumen

Pop-Up-Shops, temporäre Kunstausstellungen, vierwöchige Installationen: In Freiburg werden leerstehende Räume immer häufiger als kurzzeitige Kunsträume genutzt. Das Phänomen der Zwischennutzung ist ein Segen für Künstler – aber auch für die Nachbargeschäfte, den Vermieter und die Kunden.

Mittwoch vor einer Woche: Der Kulturliste-Stadtrat Atai Keller steht vor dem ehemaligen ADAC-Gebäude am Karlsplatz und fordert dessen Nutzung als temporären Kunstraum: „Eine Art Zwischennutzung, wie es sie auch schon in anderen Räumen gibt“, so Keller. Damit spricht er ein Phänomen an, das sich in den letzten Monaten immer öfter zeigt: Junge Künstler oder Designer mieten sich in leerstehende Räume ein, bleiben dort ein paar Wochen und verschwinden wieder. Von Kunstausstellungen am Friedrichring 1, Aktionen im Pförtnerhaus der Brauerei Ganter bis hin zum Büro der Kulturliste F 58: Zeitlich befristete Nutzung baulicher Anlagen bezeichnet man als Zwischennutzung. Sie funktioniert nach dem Prinzip „günstiger Raum gegen befristete Nutzung“.

Leerstand Kunst: Atrium
Im Atrium

Foto: Thomas Kunz

Ein gutes Beispiel gab es in der Marienstraße neben der Brauerei Feierling. Das Gebäude, in dem früher der Laden „Karl Etoffe & Max Tessuti“ ansässig war, gehört Braumeisterin Martina Feierling-Rombach. Ende 2014 nutzten Kreative das leerstehende Geschäft, um einen Pop-Up-Shop, also ein Geschäft, das nur kurz geöffnet ist, zu betreiben. Iris Wiedemann war mit ihrem Label „Siri Piri“ dabei: „Bei einer Zwischennutzung profitieren alle: Der Nutzer, die Nachbargeschäfte, der Vermieter und die Kunden, die Abwechslung bekommen in das oftmals eintönige einerlei der großen Ketten, die man in allen Städten findet.“ Auch die Erfahrungen mit Vermieterin Feierling-Rombach waren positiv: „Sie war froh über mein attraktives Geschäft und sehr kooperativ,“ so Wiedemann. Das kann Stadtrat Atai Keller gut nachvollziehen: „Etwas Besseres kann man sich als Geschäftsmann doch gar nicht wünschen“, sagt er. „Die haben Miete gezahlt, den Raum aufgewertet und somit noch Werbung für den Ort gemacht.“

Warum gerade in jüngster Zeit so viele Zwischennutzungs-Projekte aus dem Boden schießen, lässt sich vielleicht anhand der Wohnraum-Situation erklären. „Die Stadt macht gerade große Zäsuren, Häuser werden abgerissen, Orte verändern sich“, spekuliert Keller. Aufgrund der hohen Mieten wechseln in vielen Häusern öfter die Nutzer, niemand ist lange an einem Ort. Die Auswüchse der negativen Mietentwicklung sind der Nährboden für Projekte der Zwischennutzung: Junge Künstler, die einen Ausstellungsort suchen, finden in den leerstehenden Räumen die Umgebung, die sie suchen – zum Beispiel in der Atrium-Passage am Augustinerplatz. Eigentümer Peter Unmüßig wird das Einkaufszentrum vom kommenden Herbst an komplett umbauen, die ansässigen Geschäfte sind bereits ausgezogen oder stehen kurz davor. Die Zeit zwischen Auszug und Umbau hat der gemeinnützige Verein Kulturaggregat genutzt. Unter dem Slogan „August im August“ zeigen Künstler wie Virus One, der Fotosalon der hKDM und das Projektlabor der illu2 ihre Werke. Auch die italienische Street-Art-Künstlerin Alice Pasquini stellte dort ihre Bilder aus.

Das jüngste Projekt ist „Microfloors“ von Tobias Jeschke. Eine Veranstaltung, die elektronische Musik mit Kunst verbindet. „Zwischennutzungen sind immer reizvoll für kreative Köpfe – zum einen darf man in Räume rein, die sonst nicht machbar wären, zum anderen bespielt man jedes Mal Neuland – und genau das suchen wir mit Audioguerilla: sparten-freie, offene Menschen“, so Jeschke.

Die Zwischennutzung ist eine Art Win-Win-Situation für beide Seiten, also Nutzer und Eigentümer: Sie bietet Kreativen kurzfristig Räume, in denen sie sich und ihre Kunst präsentieren können. Anders herum werten Kulturschaffende Räume auf und erwecken sie zu neuem Leben. Die Verhandlungen über Zeitraum, Miete und bürokratische Angelegenheiten machen die Parteien unter sich aus.

Die Stadt Freiburg kommt erst ins Spiel, wenn die Nutzung der Räume geändert werden soll. „Dann muss beim Baurechtsamt ein Antrag auf Änderung der Nutzung gestellt werden. Wie bei allen andern Verfahren auch – ob nun endgültige Nutzung oder solche zwischendurch“, so Pressesprecherin Edith Lamersdorf. Trotzdem sind die Signale positiv: „Insgesamt ist eine Nutzung immer besser als Leerstand.“

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der BZ vom Di, 25. August 2015
Autorin: Gina Kutkat
Foto: Thomas Kunz